Lawinenglossar
Schneedecke
Der Aufbau der Schneedecke beeinflußt die Lawinengefahr.
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Je nach Wetter- und Geländesituation ergeben sich Stabilitätsunterschiede in der Schneedecke (Schneebrett-Voraussetzungen „gebundener Schnee“ und „Gleitschicht“). Dabei gilt:
- Die Festigkeiten im Einzelhang können stark variieren.
- Selbst gleiche Wetterbedingungen werden im gleichen Hang unterschiedliche Festigkeitsmuster ergeben.
- Schon kleine Veränderungen im Festigkeitsmuster können die Gesamtstabilität des Hanges verändern.
- Über so genannte Hot Spots (sehr schwache Hangbereiche, in denen praktisch keine Verbindung zur darunter liegenden Schicht besteht) ist die Auslösung durch den Skifahrer besonders leicht möglich.
Anleitung zum Abschätzen einer aktuellen Schneelast
Die auf eine ebene Fläche drückende Schneelast hängt nicht allein von der Schneehöhe ab. Sie wird maßgeblich durch die Art des Schnees bzw. der einzelnen Schneeschichten bestimmt.
Um die Schneelast abschätzen zu können, ist es erforderlich, den Schichtaufbau der Schneedecke zumindest grob zu bestimmen. Dazu gräbt man die Schneedecke bis zum Boden auf und versucht die wesentlichen Schichten abzugrenzen.
Vereinfacht kann man folgende Schichten klassifizieren:
- Neuschnee: Die Schicht lässt sich mit der Faust oder der flachen Hand eindrücken, mittlere Dichte ca.100 kg/m³
- Gut gesetzter, verdichteter, trockener oder leicht feuchter Altschnee: Die Schicht lässt sich nur mit einem spitzen Bleistift oder einem Messer eindrücken. Aus dem Schnee lassen sich kompakte Blöcke ausstechen, mittlere Dichte ca. 300kg/m³
- Stark durchnässter Altschnee: Beim leichten Drücken einer Probe (Schneeball) läuft sofort Wasser heraus, mittlere Dichte ca. 500kg/m³
- Schnee-Eis (trüb), mittlere Dichte ca. 800kg/m³
- Wasser-Eis (klar), mittlere Dichte ca. 900kg/m³
Beispiel:
Schneedecke aufgebaut (von unten nach oben) aus 5 cm Schnee-Eis, darüber 50 cm gut gesetzter Altschnee, darauf 30 cm Neuschnee.
Schneeart Mittlere Dichte(kg/m ³)x Schichtstärke(in m)= Auflast(kg/m²)
Neuschnee 100 x 0,30 = 30
Altschnee trocken 300 x 0,50 = 150
Schnee-Eis 800 x 0,05 = 40
Summe: 220
Die Auflast der Beispiels-Schneedecke beträgt 220 kg/m².
Weitere Informationen zur Systematischen Schneedeckenanalyse:
Lawinenwarndienst Bayern